Donnerstag, 5. Oktober 2017

Meine Rohkostgeschichte



Hinter so einem „Rohkost-Erfahrungsbericht“ verbergen sich am meisten lange, schwierige Jahre des Suchens, Lernens und Experimentierens. Es ist daher nicht einfach, so eine Geschichte in nur ein paar Sätze zusammenzufassen. Der Weg zu einem solch ungewöhnlichen Leben ist weder leicht noch kurz, weder geradeaus noch bergab.  Aber wer sich entscheidet, mutig diesen Weg zu gehen, steil aufwärts und gegen den Strom, gelangt unweigerlich irgendwann zu der absoluten Gewissheit, eine erstaunliche und unglaubliche Wahrheit entdeckt zu haben. Je weiter man auf diesen Weg gelangt ist, desto mehr verblasen alle Ängste (vor der Krankheit, vorm Tod, vor der nebulösen Zukunft etc.) und man WEISS auf einmal, dass so eine Lebensweise, durch man sich  körperlich und geistig so gesund, so jung, so gut und so schön fühlt, wie man vielleicht noch nie zuvor im Leben sich gefühlt hat, unmöglich falsch sein kann! Man spürt, dass man endlich angekommen ist, an den Ort, nach welchem man schon sehr lange gesucht hat.

Aber ich muss sehr ehrlich gestehen, dass ich selbst, vor ungefähr 23 Jahren, als ich die ersten Rohkostgeschichten hörte, alles mit sehr viel Skepsis und Misstrauen betrachtete. Ich konnte nicht so recht glauben, dass es überhaupt möglich sein kann, dass so viele Ärzte und Wissenschaftler (es sind immerhin Millionen!!!), auf der ganzen Welt, sich so gewaltig irren können! Ich befand mich auf einmal mitten in einer Art Krieg. Auf der einen Seite die Vertreter der Theorien der ausgewogenen Ernährung (mit Fleisch, Milch etc.), die ich selbst über 30 Jahre mit erniedrigende Erfolg durchlebt hatte, und auf der anderen Seite, eine viel kleinere Gruppe von Ärzten, Therapeuten und medizinischen Laien, deren Ansichten über die richtige menschengerechte Ernährungsweise - eine Ernährung ohne jeweiliges tierisches Eiweiß, so natürlich und unverarbeitet wie möglich - für mich dagegen absolut neu waren. Zuerst war ich absolut verwirrt. Wem sollte ich glauben, wer hatte eigentlich hier recht? Welches ist überhaupt DIE WAHRHEIT??? Und plötzlich begriff ich, dass mir nur ein einziger Weg blieb, um diese Antworten  zu finden: Um absolut sicher zu werden, konnte ich eigentlich  nur alles am eigenen Körper ausprobieren, letztendlich hatte ich ja schon so lange die Mainstream Version ausgelebt, jetzt wäre wirklich die Zeit gekommen, mal auch die anderen Theorien genauer zu untersuchen. Einfach zu sagen, schwerer in die Praxis umzusetzen. Aber wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg - sogar dann, wenn einem alles so schwer und kompliziert vorkommt.

Und so fing ich an zu lesen und mich gründlich zu informieren. Ich las in diesen letzten 23 Jahren mehr als 1000 Gesundheitsbücher (und ich lese weiter, man kann immer wieder etwas Neues und Schönes dazu lernen), habe alle Bibliotheken in meiner Nähe besucht, habe mir per Fernleihe Bücher von den größten Universitäten Deutschlands besorgt, sah Filme, Konferenzen und Vorlesungen im Internet an, besuchte Ernährungskurse, Seminare, Kongresse und Messen. Ich entdeckte mit sehr viel Freude, dass in der Medizingeschichte es ganz viele Ärzte (und nicht nur ein paar, wie es am Anfang schien) gegeben hat, die theoretisch und praktisch bewiesen haben, dass die Nahrung die wichtigste "Medizin" für die Menschen ist, eine Medizin die sogar die Fähigkeit besitzt, selbst unheilbare und schwere Krankheiten zu heilen. Ich begann langsam, meine ungesunden Gewohnheiten aufzugeben (erst den Zucker, dann das Fleisch, dann das weiße Mehl usw.), und jedes Mal, konnte ich einen großen Schritt nach vorn in meinem persönlichen Gesundheitszustand feststellen.

Ich konnte mir so ganz langsam endlich meine Freiheit zurückerlangen. Plötzlich hatten sich vor mir die Tore zu einer neuen, besseren Welt ganz weit geöffnet. Und so schaffte ich, nachdem ich erfolglos jahrelang alle möglichen ärztlichen Behandlungen über mich hatte ergehen lassen, jetzt ganz einfach, nur mit der Hilfe dieser einfachen Lebensart, ALLE meine gesundheitlichen Probleme zu lösen. Die chronische Sinusitis und Harnweginfektionen  sind spurlos verschwunden. Mein niedriger Blutdruck und die dadurch bedingten massiven Kreislaufproblemen haben sich von alleine gegeben. Die Parodontose und die Arthrose haben sich nicht mehr weiter verschlimmert. Die Neurodermitis und die Schuppenflechte gehören endlich der Vergangenheit (aber nur bei 100% Konsequenz!). Die häufigen Erkältungen, Bronchitis und sogar Lungenentzündungen, die mich seit meiner früheren Kindheit plagten, haben sich auch in Luft aufgelöst. Sogar von den unterschiedlichsten Schmerzen, die seit Jahren zu meinen „treusten Begleiter“ zählten (ich ging früher nirgendwohin ohne Schmerzmittel in der Tasche!!), ist nichts mehr zu spüren. Auch der starke Haarausfall, die permanente Müdigkeit, die seelische Unausgeglichenheit, die nächtlichen Alpträume, die Ängstlichkeit und… und…und…

2004 hat mein letzter konventioneller Arztbesuch stattgefunden. Und das kam so: Eines Morgens, wachte ich unerwartet mit einem geschwollenen Auge auf, das ganz weh tat und fürchterlich aussah. Ich ging zu meinem Hausarzt, der mich sogar fragte, ob ich vielleicht „Probleme“ mit meinem Mann hätte (ich sah wirklich aus, als ich geschlagen worden wäre!) und der mich dann direkt zum Augenarzt weiterschickte. Der Augenarzt fand aber auch überhaupt nichts, es war keine Infektion vorhanden. Nach seinen Kriterien, war das Auge absolut gesund, so konnte er mir auch nicht sagen, was ich überhaupt habe. So schickte er mich nun auch weiter zu einem HNO Professor in Trier. Der konnte mir leider, trotz einer minutiösen Ultraschalluntersuchung,  aber auch nicht sagen was mit mir los ist. Er schrieb mir nur eine Einweisung ins Krankenhaus zur CTG und tat sehr besorgt (MS Verdacht – und er hatte mir dadurch eine fürchterliche Angst eingejagt!). Raus aus seiner Praxis, wieder in der Sonne, die mir die Wangen streichelte, mit meinen zwei kleinen Kindern an der Hand, entschied ich mich doch lieber erst nach Hause zu gehen und mir alles in Ruhe nochmal zu überlegen. Ich rief am nächsten Tag dann doch noch bei einem homöopathischen Arzt an, und ging auch noch zu ihm, aber leider ganz richtig konnte der mir auch nicht weiterhelfen.  Vor lauter Angst, war mir auch der Appetit vergangen, aß ich in diesen Tagen nur sehr wenig und versuchte mich so weit wie möglich zu schonen. Und sieh mal an, nach ein paar Tagen, fing das Auge an, von alleine besser zu werden, in kurzer Zeit war alles einfach weg. Diese Erfahrung hat mir unheimlich viel Kraft und Vertrauen gegeben, ich fühlte mich jetzt richtig stark, ich war in meinen eigenen Augen eine richtige „Siegerin“, ich hatte es doch alleine geschafft! Langsam fand ich auch immer mehr meine innere Ruhe. Mein Essen begann immer roher zu sein. Ende des Jahres, zogen wir aufs Land um und ich hatte jetzt auch einen Garten voller Wildkräuter. Kräuter, die ich aus meiner Kindheit in Rumänien mindestens noch teilweise schon gut kannte. Ich lernte in dem neuen Bioladen jemanden aus der BFG kennen und bekam ein paar „Natürlich leben“ Hefte ausgeliehen. Ich war den großen Gesundheitslehrer wieder ganz nah gekommen, diesmal wusste ich aber mit Sicherheit, dass SIE RECHT haben und dass es für diese Lehre eben keine „Abkürzung“ gibt. Und so kam es, dass ich Ende 2007, nachdem ich den letzten Schritt zur 100% Urmethodik geschafft hatte, sogar eine Selbsthilfegruppe ins Leben rief und dadurch wunderbare Menschen kennenlernte, von denen ich auch weitere sehr wichtige Lebenslektionen bekam.

So kann ich jetzt auch, wie tausende andere vor mir es schon getan haben, nur bestätigen, was alle großen Rohkostlehrer geschrieben haben. Auch ich hatte das Glück, „die Leichtigkeit des Seins, die Klarsicht des Denkens und das unglaubliche Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit“ (Franz Konz in GGK) als „Nebenwirkungen“ der Urmethodik zu erfahren! Und man wird einfach anders, durch dieses neue Leben ändert sich plötzlich alles – und endlich bin ich auch auf dem Weg, der Mensch zu werden, den ich eigentlich schon immer sein wollte… Und so gesund, so ausgeglichen, so weise, so schön, so frei wie jetzt, habe ich mich nie zuvor in meinem Leben gefühlt!

Freilich habe ich am Anfang die Urkost nur als reiner Mechanismus zur Wiederherstellung meiner ruinierten Gesundheit gesehen, aber daraus ist schon längst viel, viel mehr geworden. Die anfänglichen Ziele gesund zu werden und lange zu leben stehen lange nicht mehr im Vordergrund, alles dreht sich jetzt hauptsächlich um meine gründlich geänderte Weltanschauung.

Die Rohkost und die Urmethodik sind die Offenbarung meines Lebens und ich fühle mich so gesegnet, dass ich sie erleben dürfte. Nur durch sie habe ich auch erst endlich gelernt mein Tod - sei er auch ein frühzeitiger -  als wichtiger Teil meines Lebens vollkommen zu akzeptieren und mich nicht mehr davor zu fürchten. Letztendlich gibt es im Leben für keinen von uns irgendwelche Garantien, die Urmethodik ist eben viel mehr als eine bloße „Lebensversicherung“ und ich fand es sehr interessant, dass ich durch sie erst richtig wieder ins Leben kommen musste, um mich auch mit meinem eigenen Tod auseinander setzen zu können. Und so kam es auch, dass am 22.02.2011 ich sogar einen schweren Unfall nur mit natürlichen Mitteln überstanden habe. Ich bin im Keller - Ironie des Schicksals, ausgerechnet wegen meinem gesunden Lebensstil - beim Trainingsübungen an einer im Türrahmen schlecht montierten (von mir) Stange, sehr unglücklich gefallen und bin mit dem Rücken und den Kopf ganz fest auf die Fliesen geknallt. Obwohl mir es sehr schlecht ging, nachdem ich mir überlegt hatte, dass mal ja auch ein Urmensch aus einem Baum auf einem Stein gefallen sein könnte, habe ich mich entschieden, NICHT zum Arzt zu gehen. Ich war ehrlich gesagt, eher bereit zu sterben, als mich im Krankenhaus behandeln (foltern) zu lassen. Ich hatte meine Genesung nur mit viel Ruhe, Fasten (gefolgt von einer Not-Ernährung mit viel mehr Kräuter als sonst), heilenden Musik der Aborigines und homöopathischen Kugeln unterstützt, und war nach 8-10 Tage wieder voll im „Einsatz“, obwohl  ich wahrscheinlich eine Gehirnerschütterung erlitten hatte (konnte die ersten Tage überhaupt nicht mehr lesen und habe sehr schlecht gesehen), aber auch die sehr starken Rücken-, Bauch- und Brustschmerzen und die extreme Müdigkeit (den ersten Tag habe ich verschlafen) und Antrieblosigkeit haben mich nichts Gutes erahnen lassen, leider fehlt mir so die genaue Diagnose. Die Mitglieder unserer Urmethodikergruppe, die mich nach 2 Tage besucht und mir sehr viel geholfen haben, sie haben für mich eingekauft und mich versorgt. Ausgerechnet da war mein Mann verreist und ich war die ersten Tage alleine mit meinen kleinen Kindern zu Hause. Sie waren bei meiner Anblick total entsetzt! Nach nur ein paar Wochen konnte ich aber schon wieder auf den Bäumen klettern und meine Gymnastikübungen führen, der „Natur-Arzt“ war mal wieder der Beste!


Inzwischen habe ich auch noch begriffen, dass das Einhalten der Urmethodik für mich persönlich auch eine Pflicht ist. Ich bin es meinen Kindern und allen meinen lieben Verwandten und Freunden schuldig! Zwar kann ich ihnen die Roh-/Urkost nicht aufzwingen, aber ich kann mit meinem  positiven Beispiel doch etwas für sie tun. ICH bin vielleicht deren einzige Chance, dass sie auch DIE WAHRHEIT erfahren dürfen, durch mich können sie mindestens auch die „andere Seite“ kennenlernen - eine Seite die den meisten Menschen leider ein Leben lang verborgen bleibt - und so werden sie bestimmt besser ihre eigene Wahl treffen können.

Die "Prophezeiungen" der Schulmedizin über die Schäden, die wegen so einer Lebensweise auftreten könnten, sind eigentlich in der Praxis von tausenden Rohköstlern auf der ganzen Welt, oft über mehrere Jahrzehnte, nicht bestätigt worden. Auch ich fühle mich jetzt besser als je zuvor, keine Spur von Mangelerscheinungen, ich bin mit 50 Jahren leistungsfähiger und gesünder als mit 20!

Und so hatten die alten Meister, die großen Rohkost-Lehrer doch bis zuletzt recht behalten: Es gibt ein Leben ohne Krankheit, ohne Schmerzen, ohne Leid, ohne Angst, das ruhigste und schönste Leben auf der Welt, ein Leben voller Freude und Frieden, in totaler Harmonie mit allem, was um uns ist. Und das Schönste ist, dass dieses Leben für jeden von uns greifbar nahe ist….

In tiefer Dankbarkeit und Verbundenheit,
Mimi Walter


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