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Mittwoch, 29. Juli 2026

Ganzheitliche Gesundheit

"Die Gesundheit ist zwar nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts."

Arthur Schopenhauer  (1788 - 1860), deutscher Philosoph


Alle Menschen wünschen sich glücklich und zufrieden zu sein. Aber wenn man krank ist, wird  man sich nicht mehr am Leben erfreuen, wird  man überhaupt nicht mehr glücklich sein. Was nutzt alles Geld der Welt, Eigentum, Erfolg im Beruf, angesehene Positionen usw., wenn man wegen einer Krankheit die Lebensqualität einbüßt?

Irgendwann, früher oder später, wird sich jeder von uns die Frage stellen: Wie kann ich gesund bleiben? Wie kann man Krankheitsursachen vermeiden oder beseitigen? Was kann ich im Falle einer Krankheit, neben der ärztlichen Behandlung auch selbst für meine Gesundheit tun? Und: Was muss oder kann ein Mensch tun, um gesund und in einem guten Geisteszustand zu bleiben bis ins hohe Alter hinein?

In praktisch allen Kulturen dieser Erde lehrt man, dass der Mensch aus Leib, Geist und Seele bestehe, genauer gesagt, dass der Mensch eine Geist-Leib-Seele-Einheit ist. Damit erübrigen sich die falschen Fragestellungen von selbst, ob der Körper den Geist oder der Geist den Körper forme. In einer Einheit kann nicht ein Teil die Auswirkung des anderen sein, sonst ist sie keine Einheit! Aber schon im Jahre 867 wurde auf dem 8. ökumenischen Konzil in Konstantinopel dekretiert, dass der Mensch nur als Zweiheit von Leib und Seele zu denken sei. Leider blieb diese Abschaffung  des Geistes nicht nur auf die katholische Kirche beschränkt, sondern wurde von der Wissenschaft übernommen und hat bis auf den heutigen Tag schwerwiegende Auswirkungen gehabt. In der materialistischen Naturwissenschaft, die unter dem Einfluss der Physik und Chemie steht, geht die Tendenz sogar dahin, auch noch die Seele abzuschaffen. Auch die Medizinwissenschaft behandelt mehr und mehr den Menschen wie ein nur den Gesetzen der Physik und Chemie unterliegendem  Wesen. Dadurch entstand auch die Auffassung: "Was nicht physikalisch erklärbar und fassbar ist, was nicht mit Apparaten zu messen und zu wägen ist, ist wissenschaftlich nicht erwiesen." Aber seelische Vorgänge sind eben  mit wissenschaftlichen Methoden einfach nicht erfassbar. Der Mensch wird besonders in der letzten Zeit  immer mehr als eine Maschine behandelt - eine Maschine, die mit der Zeit "Gebrauchsspuren" bekommt und nicht mehr optimal funktioniert. Dann werden die defekten  Teile einfach repariert oder gar ersetzt. Der Mensch ist aber keine Maschine und so eine Lösung wird im richtigen Leben niemals gut funktionieren können!

Wie der bekannte Arzt Dr. Max O. Bruker schon immer betonte: "Alles was ein Mensch erlebt, wird sich auch an ihm auswirken. Da der Mensch eine Leib-Geist-Seele-Einheit ist, werden sich alle seiner Erlebnisse auch an dieser Ganzheit äußern müssen." Deswegen kann echte, dauerhafte Gesundheit nur ganzheitlich sein. Nur wenn man in allen Lebensbereichen eines Menschen die Ursachen einer  Krankheit sucht, wird man sie auch ausschalten können. Eine Krankheit hat nie eine einzelne Ursache; es sind praktisch immer mehrere Faktoren die dazu beitragen, dass der Organismus erkrankt. Die Ursachen einer Krankheit liegen immer außerhalb des Menschen, in dessen Lebensumständen: In mechanischen Einwirkungen, Stress, Problemen in der Kindheit und Erziehung, milieubedingten Umständen, Weltanschauung, seelischer Belastung, Ernährungsfehler, Umwelteinwirkungen (Gifte), mangelndem Schlaf usw.. Die Folge davon sind erkrankte Organe und diese sind dann nur die Quelle der Beschwerden. Anders gesagt, die Krankheit des Organs ist die Ursache der Beschwerden, aber kann nicht als Ursache der Krankheit bezeichnet werden! Die Krankheitssymptome sind die Äußerungen der Krankheit. Die Krankheit kommt in den Beschwerden des Kranken zum Ausdruck.



"Achtzig Prozent aller Krankheiten sind vermeidbare, ernährungsbedingte Zivilisationskrankheiten. Gesundheit ist ein Informationsproblem!"

Dr. Max Otto Bruker (1909-2001), deutscher Arzt

Wie sieht das aber eigentlich heute in Wirklichkeit aus? Dr. Bruker erklärt dies am besten und ganz genau: "Der Mensch hat Beschwerden. Er geht zum Arzt und der stellt eine Diagnose. Der Kranke nimmt an, dass nun die Ursache der Krankheit gefunden sei, während er in Wirklichkeit nur erfahren hat, von welchem Organ seine Beschwerden herrühren. So kommt es, dass dem Kranken die Ursachen der Krankheit verborgen bleiben, was wiederum dazu führt, dass die Behandlung nur mit symptomatischen Linderungsmitteln erfolgt und die Ursachen nicht beseitigt werden. Eine Heilbehandlung findet dann nicht statt."

Bei jeder Krankheit ist nicht nur ein Organ erkrankt, sondern der ganze Mensch ist krank. Und nur wenn alle Lebensumstände des kranken Menschen berücksichtigt werden, kann ein Mensch wieder seine wahre Gesundheit erlangen - weil eben alle Teile: Leib, Geist und Seele immer eine Einheit bilden. Und weil, wie Aristoteles schon wusste: "Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“ 

Ein anderer großer Arzt, Maximilian Oskar Bircher-Benner (1867-1939) hat schon im Jahre 1897 in der Schweiz eine ganzheitliche naturheilkundliche Klinik gegründet, basierend auf dem Leitgedanken: "Wir brauchen heute ein Ärztetum, welches Körper, Seele und Geist, den ganzen Menschen und nicht nur das Krankhafte in ihm ernst nimmt; eines, das zu verwirklichen sucht, was der Schöpfer mit dem Menschen gemeint hat; eines, das den intelligenten, kranken Menschen zum Mitarbeit an einer Therapie heranzieht, die das gesamte Rüstzeug moderner Medizin einsetzt zur Unterstützung des „inneren Arztes“ - der autonomen Heilkräfte und Heilsysteme - und in jedem Falle die heilende Einflüsse der Ernährungstherapie und Lebensordnung zur Basis eines Gesamtheitsplans macht, welcher in dem Erkrankten über die Beseitigung der momentanen Beschwerden hinaus eine neue, zähere, freudigere und schöpferische Gesundheit von Körper, Geist und Seele erstehen lässt."

Auch Dr. Johann GeorgSchnitzer (1930-2023) bringt die jetzige Situation ganz genau auf den Punkt: "Warum leiden Sie, warum leiden so viele Menschen an chronischen Krankheiten, ohne geheilt zu werden? ... und das trotz eines hoch entwickelten "Gesundheitswesens", das beträchtliche Teile Ihres Einkommens und des Bruttosozialprodukts verschlingt?  Weil dieses "Gesundheitswesen" sich nicht wirklich um Ihre Gesundheit sorgt. Es kümmert sich  vielmehr um Ihre Krankheiten. Deren Dauerbehandlung anstelle von Verhütung und wirklicher Heilung ist die wirtschaftliche Existenzgrundlage der "modernen Medizin". Die einzige Person, die an Ihrer Gesundheit interessiert sein könnte, und für die Ihre Gesundheit Existenzgrundlage ist, diese Person sind Sie selbst. Ihre Gesundheit ist außerdem das einzig wahre Mittel zu Ihrem Schutz vor Krankheiten und zu Ihrer Wiedergesundung von Krankheiten."

Heute gibt es immer mehr Ärzte und Therapeuten, die versuchen den Menschen die Krankheiten als wichtige Botschaften des Lebens zu erklären: Die Krankheiten sind Signale und Symbole, die eigentlich nur der Lebensoptimierung dienen. Sie fordern dazu auf, sich bewusster um sich selbst und seine tatsächlichen Bedürfnisse zu kümmern. Und die Lösung für diese Lebensoptimierung befindet sich immer nur in einem selbst.

Der bekannte deutsche Psychologe Robert Betz schrieb: "Die klassische Medizin und das „Gesundheitswesen“, dass besser „Krankheitswesen“ getauft werden müsste, haben die Dinge so kompliziert gemacht, dass es der Normalmensch nicht mehr wagt, auf diesem Gebiet Eigenkompetenz und Selbstbewusstsein zu entwickeln. In dieser Krankheitsindustrie gibt es mittlerweile mehr als zehn Millionen Arbeitsplätze: Der Kranke und die Krankheit sind also heute notwendig, um diesen Wirtschaftszweig zu erhalten. Und wir brauchen immer mehr Kranke, damit auf diesem Gebiet das „Wachstum“ anhält. Das klingt pervers und ist es auch. Diesen üblen Zustand haben wir alle gemeinsam erschaffen und wir alle erhalten ihn aufrecht, weil wir in Geist und Alltagspraxis mitmachen. Wenn der Normalmensch Kopfschmerzen hat, nimmt er Aspirin oder ähnliches, damit sie weggehen. An der Behandlung der Ursachen seiner Schmerzen, die mit einer Veränderung von Geisteseinstellung und Verhalten verbunden wäre, hat der Normalmensch noch wenig bis kein Interesse."

Jeder Mensch kann aber heutzutage sehr leicht und mit einfachen Mitteln auch selbst etwas für seine Gesundheit tun, wie zum Beispiel seine Ernährung auf eine gesunde Nahrung mit einem hohen Rohkostanteil umzustellen; die Gifte in seinem täglichen Leben zu reduzieren oder sogar auszuschalten; ungesunde oder sogar destruktive Verhalten aufgeben usw.. Der erste Schritt besteht immer aus zwei ganz einfachen Teilen: Erstens, sich immer gut,  gründlich, und aus mehreren unabhängigen Quellen zu informieren und Zweitens, die Verantwortung für seine Gesundheit selbst wieder in die eigene Hand zu nehmen. 

Schärfen Sie Ihre Wachsamkeit! Denken Sie selber! Lassen Sie sich nicht  von den Medien manipulieren! Prüfen Sie Nachrichten kritisch und fragen Sie sich, was man Ihnen dabei verschweigt, was man Sie damit glauben machen will und warum. Prüfen Sie Informationen so weit wie möglich selber nach. Wenn Sie eine Sache für richtig erkannt haben, ziehen Sie die praktischen Konsequenzen daraus für sich selber, gehen mit  gutem Beispiel voran und überzeugen so auch alle anderen. 'Verba docent, exempla trahunt', sagt der Lateiner (Worte lehren, Beispiele ziehen). Dann wird sich vor jedem von uns ein völlig neuer Weg eröffnen. 

Was ist eigentlich Gesundheit? Gesundheit ist der positive Normalzustand. Und Gesundheit kostet in Wirklichkeit nichts: Sie ist ein Geschenk Gottes. Sie ist selbstverständlich, solange man sie hat.

Der Mensch hat sich in jahrmillionen langer Evolution perfekt an seine natürliche Umwelt angepasst. Sein genetisches Programm entspricht dieser auch heute noch. Der Mensch ist eines der anpassungsfähigsten Lebewesen; kein anderes kann unter so unterschiedlichen Klimabedingungen leben. Aber seine Umwelt hat sich in jüngster Zeit viel zu schnell verändert, als dass seine Gene die Chance zur  Anpassung gehabt hätten. Vor allem fehlt ihm ein Teil jener natürlichen, lebendigen Basis-Lebensmittel, auf deren Verfügbarkeit sein Stoffwechsel und das Funktionieren seines Organismus angewiesen ist. Stattdessen ernährt er sich von denaturierten, extrahierten, oxidierten, toten und zudem teils artfremden Nahrungsmitteln die ihn krank machen. Die Nahrung ist der größte Umwelteinfluss überhaupt, weil auf keinem anderen Wege auch nur vergleichbare Mengen an Wirkstoffen in den Organismus gelangen. Sind es die richtigen, bleibt dieser gesund und abwehrfähig. Sind es die falschen, wird er chronisch krank und infektionsanfällig und sein Nachwuchs degeneriert. 

Was sind chronische Krankheiten? Chronische Krankheiten sind in den meisten Fällen der - für längere Zeit erfolgreiche Versuch des Organismus -  trotz Verlustes von Gesundheitsgrundlagen und deren Ersatz durch Ungeeignetes, das Leben als solches zu erhalten. Sie sind das - wenn auch unkomfortable - Rettungsboot, das in der Hoffnung bestiegen wird so lange durchzuhalten, bis irgendwann, hoffentlich noch rechtzeitig, wieder die vollen Grundlagen der Gesundheit verfügbar sein werden. Es sind angepasste Veränderungen des Stoffwechsels an ungeeignete Rohstoffe, die so lange bestehen müssen, bis wieder die "richtigen Stoffe zum Wechseln" verfügbar sind. Es ist eine "innere Selbstversorgung" der Organe mit lebenswichtigen Stoffen, welche in der "üppigen Mangelkost" des heutigen Menschen fehlen - immer in der Hoffnung, dass das entstandene Defizit wieder aufgefüllt wird. Aber dazu kommt es nie. So entsteht die "Mesotrophie", ein halbwertiges Dasein im Zustand chronischer Krankheiten. (Prof. Dr. med. W. Kollath)

Bei einer Ernährungsumstellung stellen sich die Erfolge ziemlich rasch ein, wie viele alternativ Mediziner schon seit sehr vielen Jahren  in vielen klinischen Studien erfolgreich festgestellt, gezeigt und niedergelegt haben

Niemand braucht das zu "glauben" - weil es jedermann an sich selbst nachprüfen kann. "Schon innerhalb weniger Tage, oft schon am nächsten Tag zeigen sich erste positive Auswirkungen dieser Wiederherstellung der wichtigsten natürlichen Gesundheitsgrundlagen."" (Dr. Schnitzer)

Und jeder kann etwas tun und ist selbstverantwortlich für seine Gesundheit. 

Zum Schluss die noch motivierenden Worte von Robert Betz: "Der Mensch wird als Original geboren, aber er stirbt als Kopie. Das Normalleben, das Leben der Masse, ist das Leben der Kopien, der Angepassten, der Lemminge, der Jasager, der Ängstlichen, der verletzten kleinen Kinder im Körper eines Erwachsenen. Dieses kopierte Leben ist eines Menschen nicht würdig. Aber wer sich seines wahren  Wertes, seiner Göttlichkeit, seiner Heiligkeit, seiner Schönheit, seines Schatzes nicht bewusst ist, der kennt auch seine Würde nicht und geht mit sich, mit seinem Leben und seinem Nächsten würdelos um, ohne jede Achtung und Liebe und Verehrung. Überlege dir gut, welches Leben du leben willst! Mach dir Gedanken darüber. Schau dich um, wie andere ihr Leben leben. Übernimm nichts einfach blind, sondern triff deine Entscheidungen für dein Leben. Denn es ist kurz, auch wenn du achtzig werden solltest. Darum überleg dir gut, was du aus deinem Leben machen möchtest."

Literaturverzeichnis:
Dr. Maximilian O. Bircher-Benner  - "Ordnungsgesetze des Lebens", Bad Homburg (vormals Zürich) 1992
Dr. Max O. Bruker - "Unsere Nahrung, unser Schicksal" und "Lebensbedingte Krankheiten", EMU Verlag
Dr. Johann Georg Schnitzer - "Schnitzer-Intensivkost, Schnitzer-Normalkost", Schnitzer Verlag
Robert Betz - " Raus aus den alten Schuhen", Integral 2012
Prof. Werner Kollath - "Die Ordnung unserer Nahrung", EMU Verlag