Freitag, 27. Oktober 2017

„Gott ist im mir - Ich bin in Gott“ – Ein Gespräch mit Wilhelm Fiebiger -


Zur Person: Wilhelm Fiebiger (geb. 06.04.1917) hat schon als junger Mann den Vegetarismus entdeckt und ist immer noch, auch in seinem hohen Alter, bei bester Gesundheit. Willi, wie er gerne genannt werden möchte, lebt sehr einfach und natürlich, in einem kleinen Holzhaus am Rande des Westerwaldes und sein Leben ist von der geistigen Suche nach Sinn und Wahrheit geprägt. 

Natürlich leben (NL.): Lieber Willi, wir sind sehr glücklich und fühlen uns zutiefst geehrt, dass du, als "der älteste uns bekannte Rohköstler", Ehrenmitglied in dem Verein "Natürlich leben e.V." bist. Wie du dir denken kannst, haben wir viele Fragen an dich. Zu allererst interessiert uns natürlich, wann hast du eigentlich die Rohkost für dich entdeckt? Und weiter, was oder wer hat dich am Anfang am meisten geprägt? 
Wilhelm Fiebiger (W.F.): Als Kleinkind litt ich bis zum zehnten Lebensjahr unter schwerer Rachitis. Meine Mutter konnte mich nicht stillen. Dazu entwertete sie das Gemüse durch langes Kochen und goss die wertvolle Brühe in den Ausguss. Auch litt ich im Winter unter Frostbeulen und Gerstenkörnern an den Augen. In der Schule hatte ich Lernschwierigkeiten. Mit 17 Jahren lernte ich einen Wasersportfreund kennen, der nur Früchte aß. Das veranlasste mich dazu, mich sofort umzustellen und nur von Früchten zu leben. Im Grunde war die Lebensweise meiner Eltern überwiegend vegetarisch, da es nur am Sonntag Fleisch gab und die Kinder bekamen nur wenig davon.
Mit 21 Jahren wurde ich zum Arbeitsdienst eingezogen und musste Kompromisse machen. Ich war dann bis Juli 1945 Soldat und war immer bemüht, gesund zu leben, wenig zu essen und das Fleisch weg zu lassen.
Auch während meiner Geschäftstätigkeit, die mit viel Reisen verbunden war, fand ich nicht immer das, was ich brauchte. Erst als mein angespanntes Berufsleben vorbei war und ich meinen Garten pflegen konnte, war es mir möglich, konsequent zu leben.


NL.: Nächstes Jahr, am 6. April 2017, wirst du 100 Jahre alt werden und das haben bisher nicht viele Gesundheitslehrer geschafft. Es wird auch einen Film über dich geben und ganz viele Veranstaltungen zu deiner Ehre. Gibt es eigentlich noch etwas, was du dir zu deinem Jubiläum wünschst?
W.F.: Ich habe keine besonderen Wünsche, jedoch wünsche ich mir, dass ich gesund und fit bleibe und der Alterungsprozess gestoppt und rückgängig gemacht wird, denn nur hier, in unserem Körper, haben wir die besten Möglichkeiten, auch spirituell zu reifen, um dem Sinn unseres Hier seins näher zu kommen.


NL.: Die Menschen sind immer sehr interessiert daran, was du isst, wie du deine Tage gestaltest und was du für deine Gesundheit tagtäglich unternimmst. Wie sieht ein gewöhnlicher Tag deines Lebens aus?
W.F.: Ich gehe früh zu Bett, spätestens um 20 Uhr und stehe kurz nach 5 Uhr auf, mit dem Gedanken: "Gott ist in mir - ich bin in Gott". Mit diesem Gedanken schlafe ich problemlos ein und mit ihm werde ich wieder wach.  Gott zu danken für den erholsamen Schlaf halte ich für sehr wichtig. Auch noch im Bett mit den Zehen wackeln, sich recken und sich strecken.
Als erstes mache ich das Ölziehen. Nach der Morgentoilette 5 Minuten Kopfstand, dann 15-20 Kniebeugen und 20 und mehr schräge Liegestütze. Nachfolgend 10-15 Minuten die Schildkrötenatemübung.
Vormittags trinke ich ca. 3 Tassen Kräutertee, etwa 1 Liter. Je nach Wetterlage, erledige ich entweder anfallende Arbeiten draußen oder in der Wohnung oder ich lese. Mittags, die erste Mahlzeit, meist Obst oder Beeren aus dem Garten, oder auch ca.100g eingeweichte Trockenfrüchte.
Abends zumeist Gemüsefrüchte, Salat, Tomaten, Zucchini, Gurken, was gerade anfällt, möglichst immer nur eine Sorte, also mono. Ich esse grundsätzlich nichts zwischendurch. Seit einem Jahr bin ich bemüht, die Pranaernährung einzuführen und esse am Tag nur einmal, so gegen 15 Uhr. Ich habe dabei aber an Gewicht verloren.
Ich esse auch ab und zu mal Buchweizen oder Hirse (ca. 60-70 g), was ich dann gare. Auch verwende ich schon gelegentlich Dinkelbrot, zwei Scheiben, gut angetrocknet und lege Avocado, Zwiebel oder Knoblauch drauf. Dabei bin ich bemüht, alles gut zu kauen. Vor dem Essen 5 Minuten Kopfstand und in jedem Fall das Dankgebet!
Ich gehe jede Woche 2 Mal in die Sauna und ich lege sehr viel Wert auf eine gerade Haltung, denn nur dann kann die Energie ungehindert durch den Körper fließen.

NL.: Du hast es in deinem Leben nicht immer leicht gehabt, trotzdem hast du es immer geschafft, weiter zu kommen. Das hat viel mit deiner Einstellung zum Leben zu tun, mit deiner ganz persönlichen Lebensphilosophie. Möchtest du auch den Lesern mehr darüber erzählen?
W.F.: Gegen meinen Willen habe ich Frisör gelernt, obwohl ich bei einer Berufseignungsprüfung als technisch begabt erkannt wurde. Nach dem Krieg habe ich Kleiderstoffe von Haus zu Haus verkauft, auch andere Artikel, so wie sie erhältlich waren. Zu der Zeit ergab es sich, dass die Plisseedamenröcke  in Mode kamen. Ich stellte Frauen ein und fabrizierte Damenoberbekleidung und beschäftigte meist 20 Frauen. Die Fabrikation meiner Damenoberbekleidung brachte auf Dauer nicht den gewünschten Erfolg und die damit verbundene Befriedigung. Angeregt durch einen Freund, entwickelte ich ein Verkaufssystem, wo der Endverbraucher übliche Waren billiger beziehen konnte. Ich handelte mit Fabriklägern und Großhändlern Rabatte für mich aus, die ich dann zum Großteil an meine Kunden weiter gab. Wenn mir der Großhändler einen Rabatt von 35% gab, dann bekam der Kunde von mir einen Vorteil von 25%. Mit all den Firmen machte ich Verträge und fasste sie zusammen auf doppelte Postkartengröße. Diese Einkaufsausweise gab ich über den Betriebsrat in die Fabriken. Ist leider nicht verständlich beschrieben. Schade! Ich baute das System in Köln, Bonn, Wuppertal, Hagen und Berlin auf und erreichte schlagartig Millionenumsätze. Aber mein Problem lag auch darin, dass es ein Rabattgesetz gab, was auf 3% beschränkt war. Ich wurde heftig angegriffen. Da ich aber in meiner Werbung nie von Rabatten sprach, sondern nur von Nettopreisen, konnte ich mein System halten. Es wurde aber immer wieder versucht mich abzuwürgen, was dann 1969 durch vom Bundestag beschlossene Gesetze erhärtet wurde. Meist hatte ich bis zu 40 Leute beschäftigt und sah mich gezwungen, neue Wege zu suchen. Ich verlegte mich auf Termingeschäfte, kaufte große Posten Ware ein, um sie wieder zu verkaufen. Hier wurden mir auch Wechsel angeboten, die nach 3 Monaten zahlungspflichtig wurden. So verlor ich durch mangelnde Zahlungsfähigkeit meiner Geschäftspartner über 3 Millionen Mark und meinen wertvollen Besitz, ein Haus mit über 50.000 m² Grundwald und Garten. Ich zog in ein Haus für 100.000 Mark das schon zum Abriss bestimmt war, baute eine Vertretung im Kfz-Bereich auf und setzte mich - wie immer - hart ein, so dass aus einer kleinen GmbH & CoKG, für die ich tätig war, eine Aktiengesellschaft werden konnte. Das erworbene Haus baute ich um und renovierte es vollkommen, so dass ich es 5 Jahre später für 500.000 Mark verkaufen konnte und damit im Berchtesgadener Land in 1100 Meter Höhe einen Bergbauernhof kaufen konnte. Da sich meine damalige Frau aber entschieden hatte, künftig mit einer Frau zusammen  leben zu wollen, wurde alles verkauft und ich zog hier in den Westerwald, wo ich mich sehr heimisch fühle. Für mich gilt immer der Wahlspruch: "Allen Gewalten zum Trotz sich erhalten, nimmer sich beugen, kräftig sich zeigen, rufet die Hilfe der Götter herbei".
Ich habe mich nie geschont und habe immer viel gearbeitet, oft bis an den Rand meiner Belastbarkeit. Hier gilt auch der heute noch gültige Grundsatz: "Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen".


NL.: Letztes Jahr hast du mir in einem unserer wunderbaren Gespräche erzählt, dass du auch immer viele schützende Engel um dich gehabt hast, so dass sie dir oft in schwierigen Situationen geholfen haben. Ich fand die Geschichten wunderbar und es wäre sehr schön, wenn du sie auch hier an uns weiter geben würdest. Würdest du uns ein paar Beispiele nennen?
W.F.: Meine gefertigte Damenbekleidung verkaufte ich über Vertreter oder auch auf Verkaufsmessen. So fuhr ich spät abends von Konstanz am Bodensee los und musste am Morgen in Hof einen Verkaufstand belegen. Ich war alleine in meinem Wagen, war übermüdet und muss wohl kurz eingeschlafen sein. Es war im Odenwald und plötzlich knallte es. Ich wurde hellwach. Gas weg und auf die Bremse. Ich war am Rande der Straße über eine liegen gebliebene Rohrzange gefahren, die wohl hoch geschleudert wurde und unter den Radkasten knallte.  (Willi hat die Rohrzange die ganzen Jahre über mit Sorgfalt aufbewahrt, als materielles himmlisches Zeichen seiner Schutzengel). Dann sah ich, dass ich mich mit dem rechten Vorderrad schon am Rande einer 15 Meter tiefen, bewaldeten Böschung stand. Wer hat die Rohrzange dort verloren, dass sie für mich lebensrettend wirkte??? So habe ich auch während des Krieges, in meiner Soldatenzeit oft feststellen können, dass mich mein guter Schutzengel am Händchen hielt. Im Januar 1945 wurde ich mit schweren Geschützen, 200 km östlich der Oder, in Marsch gesetzt. Die Russen standen schon vor Küsterin an der Oder. Unser Einsatz erfolgte aus Frankfurt an der Oder. Es ergab sich das Problem, dass die LKWs, die Munition geladen hatten, mit Holzgas betrieben wurden und bei der herrschenden Kälte von -20°C versagten und nicht mitkamen. So wurden über 1000 Mann in unmittelbare Feindnähe geschickt, ohne ihren entscheidenden Gegenangriff starten zu können. Überall brach der Russe durch und wir waren noch in von den Russen erobertem Gebiet. Zwei Wochen ohne Nahrung, nur noch Schnee, und überall der Russe. Ich schlug mich mit einem Teil meiner Leute Richtung Oder durch, die derzeit noch eine tragende Eisdecke hatte. Mehrmals wurde mir von meinen Männern bestätigt: Ich habe so an Gott geglaubt, aber dass wir hier heil heraus kamen, war ein Wunder. Es würde zu weit gehen, hier auf die vielen Details einzugehen, die den Schutzengel bestätigen.

NL.: Du hast eine sehr interessante und originelle Ansicht, wie man den Alterungsprozess, ja sogar den Tod, verschieben kann. Welches ist denn dein "Geheimnis"?
W.F.: Ich habe einen sehr wertvollen Buchbestand, in den ich mich auch vertiefe, besonders in die Durchsagen aus der geistigen Welt. Dort wird immer hervorgehoben, dass der Tod nicht im Sinne der Schöpfung liegt. Der Körper ist so konzipiert, dass er nicht zu sterben braucht und sich immer wieder erneuert, was auch besonders quantenphysisch erhärtet ist. Die falsche Denk- und Lebensweise und der Missbrauch der Sexualität sind die Ursachen für das Altern und den Tod. Hier gilt ein Lebensgesetz: "Solange der Mensch ernsthaft an sich arbeitet und mit allen Fasern seines Seins nach Vollkommenheit strebt, stirbt er nicht. Die vielen täglichen Kompromisse, die der alltägliche Mensch macht, machen ihn krank und bringen ihn früh ins Grab. Hier ist die von Jesus durchgegebene Formel entscheidend. "Gott ist in mir - Ich bin in Gott“.
Wenn wir uns dieser Tatsache, bis in die tiefsten Ebenen unseres Seins, bewusst werden, haben wir die Basis geschaffen, den Körper so zu regenerieren, dass er den Tod überwindet. Hier spielt der Glaube, die Überzeugung, eine wesentliche Rolle; der Gedanke ist Alles.

NL.: Als ich das erste Mal in dein Haus kam, hatte ich sofort etwas sehr Wichtiges für mich und mein Leben verstanden: Genauso möchte ich unbedingt auch alt werden! Zwischen Büchern und Pflanzen, in Frieden mit mir, in Frieden mit allem und allen um mich, unabhängig von anderen Menschen, Medikamenten oder medizinischen Behandlungen, gesund, munter, fit und mobil, klar im Kopf, hilfsbereit und mit einem offenen Herzen. Was würdest du mir raten, was ich auf keinen Fall versäumen darf?
W.F.: Meine Bedürfnisse sind immer geringer geworden, so auch mein Auto, jetzt ein kleiner Nissan, wo ich früher schwere Wagen hatte. Die Genügsamkeit und das einfache Leben befriedigen mich. Alles, was ich zum Leben brauche, habe ich und meine Rente sichert meine bescheidene Existenz. Für mich sind Bücher sehr, sehr wichtig, weil man hieraus immer wieder tiefe Anregungen entnehmen kann. Es ist sehr wichtig, innerlich still zu werden, nach Innen zu hören, was das Göttliche in uns sagen will. Zufrieden werden, die Wünsche reduzieren. Lerne zu schweigen und fasse dich immer kurz. Immer wieder auch unserem Körper danken, denn er verdient es und ist unser treuester Begleiter, den es zu hegen und zu pflegen gilt. Diesen Körper sollten wir lieben und ihm das auch immer wieder bestätigen.
Wichtig bei all unserem Handeln ist, sich immer tief darüber bewusst zu sein, dass wir mit jeder Fehlbehandlung den unsterblichen Lichtmenschen in uns verraten und uns von Gott entfernen. Unser Körper ist der Tempel unserer Seele und unseres Geistes und mit jedem Missbrauch, mit dem wir unsere Sinne befriedigen, verraten wir das Göttliche in uns und entfernen uns so von unserem wahren Sein.

NL.: Ich bedanke mich ganz herzlich für alles, auch in Namen aller Leser und Mitglieder, und wünsche dir viel Glück, Gesundheit, Freude und Frieden in deinem weiteren, langen Leben. Wir alle sind wirklich gesegnet, dich kennen gelernt zu haben, wir haben eine große Chance bekommen, viele, sehr wichtige Sachen von dir lernen zu können. Danke, danke, danke, lieber Willi!

Interview für "Natürlich leben" geführt von Mihaela Walter (heilberatung@gmail.com)


Donnerstag, 5. Oktober 2017

Meine Rohkostgeschichte



Hinter so einem „Rohkost-Erfahrungsbericht“ verbergen sich am meisten lange, schwierige Jahre des Suchens, Lernens und Experimentierens. Es ist daher nicht einfach, so eine Geschichte in nur ein paar Sätze zusammenzufassen. Der Weg zu einem solch ungewöhnlichen Leben ist weder leicht noch kurz, weder geradeaus noch bergab.  Aber wer sich entscheidet, mutig diesen Weg zu gehen, steil aufwärts und gegen den Strom, gelangt unweigerlich irgendwann zu der absoluten Gewissheit, eine erstaunliche und unglaubliche Wahrheit entdeckt zu haben. Je weiter man auf diesen Weg gelangt ist, desto mehr verblasen alle Ängste (vor der Krankheit, vorm Tod, vor der nebulösen Zukunft etc.) und man WEISS auf einmal, dass so eine Lebensweise, durch man sich  körperlich und geistig so gesund, so jung, so gut und so schön fühlt, wie man vielleicht noch nie zuvor im Leben sich gefühlt hat, unmöglich falsch sein kann! Man spürt, dass man endlich angekommen ist, an den Ort, nach welchem man schon sehr lange gesucht hat.

Aber ich muss sehr ehrlich gestehen, dass ich selbst, vor ungefähr 23 Jahren, als ich die ersten Rohkostgeschichten hörte, alles mit sehr viel Skepsis und Misstrauen betrachtete. Ich konnte nicht so recht glauben, dass es überhaupt möglich sein kann, dass so viele Ärzte und Wissenschaftler (es sind immerhin Millionen!!!), auf der ganzen Welt, sich so gewaltig irren können! Ich befand mich auf einmal mitten in einer Art Krieg. Auf der einen Seite die Vertreter der Theorien der ausgewogenen Ernährung (mit Fleisch, Milch etc.), die ich selbst über 30 Jahre mit erniedrigende Erfolg durchlebt hatte, und auf der anderen Seite, eine viel kleinere Gruppe von Ärzten, Therapeuten und medizinischen Laien, deren Ansichten über die richtige menschengerechte Ernährungsweise - eine Ernährung ohne jeweiliges tierisches Eiweiß, so natürlich und unverarbeitet wie möglich - für mich dagegen absolut neu waren. Zuerst war ich absolut verwirrt. Wem sollte ich glauben, wer hatte eigentlich hier recht? Welches ist überhaupt DIE WAHRHEIT??? Und plötzlich begriff ich, dass mir nur ein einziger Weg blieb, um diese Antworten  zu finden: Um absolut sicher zu werden, konnte ich eigentlich  nur alles am eigenen Körper ausprobieren, letztendlich hatte ich ja schon so lange die Mainstream Version ausgelebt, jetzt wäre wirklich die Zeit gekommen, mal auch die anderen Theorien genauer zu untersuchen. Einfach zu sagen, schwerer in die Praxis umzusetzen. Aber wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg - sogar dann, wenn einem alles so schwer und kompliziert vorkommt.

Und so fing ich an zu lesen und mich gründlich zu informieren. Ich las in diesen letzten 23 Jahren mehr als 1000 Gesundheitsbücher (und ich lese weiter, man kann immer wieder etwas Neues und Schönes dazu lernen), habe alle Bibliotheken in meiner Nähe besucht, habe mir per Fernleihe Bücher von den größten Universitäten Deutschlands besorgt, sah Filme, Konferenzen und Vorlesungen im Internet an, besuchte Ernährungskurse, Seminare, Kongresse und Messen. Ich entdeckte mit sehr viel Freude, dass in der Medizingeschichte es ganz viele Ärzte (und nicht nur ein paar, wie es am Anfang schien) gegeben hat, die theoretisch und praktisch bewiesen haben, dass die Nahrung die wichtigste "Medizin" für die Menschen ist, eine Medizin die sogar die Fähigkeit besitzt, selbst unheilbare und schwere Krankheiten zu heilen. Ich begann langsam, meine ungesunden Gewohnheiten aufzugeben (erst den Zucker, dann das Fleisch, dann das weiße Mehl usw.), und jedes Mal, konnte ich einen großen Schritt nach vorn in meinem persönlichen Gesundheitszustand feststellen.

Ich konnte mir so ganz langsam endlich meine Freiheit zurückerlangen. Plötzlich hatten sich vor mir die Tore zu einer neuen, besseren Welt ganz weit geöffnet. Und so schaffte ich, nachdem ich erfolglos jahrelang alle möglichen ärztlichen Behandlungen über mich hatte ergehen lassen, jetzt ganz einfach, nur mit der Hilfe dieser einfachen Lebensart, ALLE meine gesundheitlichen Probleme zu lösen. Die chronische Sinusitis und Harnweginfektionen  sind spurlos verschwunden. Mein niedriger Blutdruck und die dadurch bedingten massiven Kreislaufproblemen haben sich von alleine gegeben. Die Parodontose und die Arthrose haben sich nicht mehr weiter verschlimmert. Die Neurodermitis und die Schuppenflechte gehören endlich der Vergangenheit (aber nur bei 100% Konsequenz!). Die häufigen Erkältungen, Bronchitis und sogar Lungenentzündungen, die mich seit meiner früheren Kindheit plagten, haben sich auch in Luft aufgelöst. Sogar von den unterschiedlichsten Schmerzen, die seit Jahren zu meinen „treusten Begleiter“ zählten (ich ging früher nirgendwohin ohne Schmerzmittel in der Tasche!!), ist nichts mehr zu spüren. Auch der starke Haarausfall, die permanente Müdigkeit, die seelische Unausgeglichenheit, die nächtlichen Alpträume, die Ängstlichkeit und… und…und…

2004 hat mein letzter konventioneller Arztbesuch stattgefunden. Und das kam so: Eines Morgens, wachte ich unerwartet mit einem geschwollenen Auge auf, das ganz weh tat und fürchterlich aussah. Ich ging zu meinem Hausarzt, der mich sogar fragte, ob ich vielleicht „Probleme“ mit meinem Mann hätte (ich sah wirklich aus, als ich geschlagen worden wäre!) und der mich dann direkt zum Augenarzt weiterschickte. Der Augenarzt fand aber auch überhaupt nichts, es war keine Infektion vorhanden. Nach seinen Kriterien, war das Auge absolut gesund, so konnte er mir auch nicht sagen, was ich überhaupt habe. So schickte er mich nun auch weiter zu einem HNO Professor in Trier. Der konnte mir leider, trotz einer minutiösen Ultraschalluntersuchung,  aber auch nicht sagen was mit mir los ist. Er schrieb mir nur eine Einweisung ins Krankenhaus zur CTG und tat sehr besorgt (MS Verdacht – und er hatte mir dadurch eine fürchterliche Angst eingejagt!). Raus aus seiner Praxis, wieder in der Sonne, die mir die Wangen streichelte, mit meinen zwei kleinen Kindern an der Hand, entschied ich mich doch lieber erst nach Hause zu gehen und mir alles in Ruhe nochmal zu überlegen. Ich rief am nächsten Tag dann doch noch bei einem homöopathischen Arzt an, und ging auch noch zu ihm, aber leider ganz richtig konnte der mir auch nicht weiterhelfen.  Vor lauter Angst, war mir auch der Appetit vergangen, aß ich in diesen Tagen nur sehr wenig und versuchte mich so weit wie möglich zu schonen. Und sieh mal an, nach ein paar Tagen, fing das Auge an, von alleine besser zu werden, in kurzer Zeit war alles einfach weg. Diese Erfahrung hat mir unheimlich viel Kraft und Vertrauen gegeben, ich fühlte mich jetzt richtig stark, ich war in meinen eigenen Augen eine richtige „Siegerin“, ich hatte es doch alleine geschafft! Langsam fand ich auch immer mehr meine innere Ruhe. Mein Essen begann immer roher zu sein. Ende des Jahres, zogen wir aufs Land um und ich hatte jetzt auch einen Garten voller Wildkräuter. Kräuter, die ich aus meiner Kindheit in Rumänien mindestens noch teilweise schon gut kannte. Ich lernte in dem neuen Bioladen jemanden aus der BFG kennen und bekam ein paar „Natürlich leben“ Hefte ausgeliehen. Ich war den großen Gesundheitslehrer wieder ganz nah gekommen, diesmal wusste ich aber mit Sicherheit, dass SIE RECHT haben und dass es für diese Lehre eben keine „Abkürzung“ gibt. Und so kam es, dass ich Ende 2007, nachdem ich den letzten Schritt zur 100% Urmethodik geschafft hatte, sogar eine Selbsthilfegruppe ins Leben rief und dadurch wunderbare Menschen kennenlernte, von denen ich auch weitere sehr wichtige Lebenslektionen bekam.

So kann ich jetzt auch, wie tausende andere vor mir es schon getan haben, nur bestätigen, was alle großen Rohkostlehrer geschrieben haben. Auch ich hatte das Glück, „die Leichtigkeit des Seins, die Klarsicht des Denkens und das unglaubliche Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit“ (Franz Konz in GGK) als „Nebenwirkungen“ der Urmethodik zu erfahren! Und man wird einfach anders, durch dieses neue Leben ändert sich plötzlich alles – und endlich bin ich auch auf dem Weg, der Mensch zu werden, den ich eigentlich schon immer sein wollte… Und so gesund, so ausgeglichen, so weise, so schön, so frei wie jetzt, habe ich mich nie zuvor in meinem Leben gefühlt!

Freilich habe ich am Anfang die Urkost nur als reiner Mechanismus zur Wiederherstellung meiner ruinierten Gesundheit gesehen, aber daraus ist schon längst viel, viel mehr geworden. Die anfänglichen Ziele gesund zu werden und lange zu leben stehen lange nicht mehr im Vordergrund, alles dreht sich jetzt hauptsächlich um meine gründlich geänderte Weltanschauung.

Die Rohkost und die Urmethodik sind die Offenbarung meines Lebens und ich fühle mich so gesegnet, dass ich sie erleben dürfte. Nur durch sie habe ich auch erst endlich gelernt mein Tod - sei er auch ein frühzeitiger -  als wichtiger Teil meines Lebens vollkommen zu akzeptieren und mich nicht mehr davor zu fürchten. Letztendlich gibt es im Leben für keinen von uns irgendwelche Garantien, die Urmethodik ist eben viel mehr als eine bloße „Lebensversicherung“ und ich fand es sehr interessant, dass ich durch sie erst richtig wieder ins Leben kommen musste, um mich auch mit meinem eigenen Tod auseinander setzen zu können. Und so kam es auch, dass am 22.02.2011 ich sogar einen schweren Unfall nur mit natürlichen Mitteln überstanden habe. Ich bin im Keller - Ironie des Schicksals, ausgerechnet wegen meinem gesunden Lebensstil - beim Trainingsübungen an einer im Türrahmen schlecht montierten (von mir) Stange, sehr unglücklich gefallen und bin mit dem Rücken und den Kopf ganz fest auf die Fliesen geknallt. Obwohl mir es sehr schlecht ging, nachdem ich mir überlegt hatte, dass mal ja auch ein Urmensch aus einem Baum auf einem Stein gefallen sein könnte, habe ich mich entschieden, NICHT zum Arzt zu gehen. Ich war ehrlich gesagt, eher bereit zu sterben, als mich im Krankenhaus behandeln (foltern) zu lassen. Ich hatte meine Genesung nur mit viel Ruhe, Fasten (gefolgt von einer Not-Ernährung mit viel mehr Kräuter als sonst), heilenden Musik der Aborigines und homöopathischen Kugeln unterstützt, und war nach 8-10 Tage wieder voll im „Einsatz“, obwohl  ich wahrscheinlich eine Gehirnerschütterung erlitten hatte (konnte die ersten Tage überhaupt nicht mehr lesen und habe sehr schlecht gesehen), aber auch die sehr starken Rücken-, Bauch- und Brustschmerzen und die extreme Müdigkeit (den ersten Tag habe ich verschlafen) und Antrieblosigkeit haben mich nichts Gutes erahnen lassen, leider fehlt mir so die genaue Diagnose. Die Mitglieder unserer Urmethodikergruppe, die mich nach 2 Tage besucht und mir sehr viel geholfen haben, sie haben für mich eingekauft und mich versorgt. Ausgerechnet da war mein Mann verreist und ich war die ersten Tage alleine mit meinen kleinen Kindern zu Hause. Sie waren bei meiner Anblick total entsetzt! Nach nur ein paar Wochen konnte ich aber schon wieder auf den Bäumen klettern und meine Gymnastikübungen führen, der „Natur-Arzt“ war mal wieder der Beste!


Inzwischen habe ich auch noch begriffen, dass das Einhalten der Urmethodik für mich persönlich auch eine Pflicht ist. Ich bin es meinen Kindern und allen meinen lieben Verwandten und Freunden schuldig! Zwar kann ich ihnen die Roh-/Urkost nicht aufzwingen, aber ich kann mit meinem  positiven Beispiel doch etwas für sie tun. ICH bin vielleicht deren einzige Chance, dass sie auch DIE WAHRHEIT erfahren dürfen, durch mich können sie mindestens auch die „andere Seite“ kennenlernen - eine Seite die den meisten Menschen leider ein Leben lang verborgen bleibt - und so werden sie bestimmt besser ihre eigene Wahl treffen können.

Die "Prophezeiungen" der Schulmedizin über die Schäden, die wegen so einer Lebensweise auftreten könnten, sind eigentlich in der Praxis von tausenden Rohköstlern auf der ganzen Welt, oft über mehrere Jahrzehnte, nicht bestätigt worden. Auch ich fühle mich jetzt besser als je zuvor, keine Spur von Mangelerscheinungen, ich bin mit 50 Jahren leistungsfähiger und gesünder als mit 20!

Und so hatten die alten Meister, die großen Rohkost-Lehrer doch bis zuletzt recht behalten: Es gibt ein Leben ohne Krankheit, ohne Schmerzen, ohne Leid, ohne Angst, das ruhigste und schönste Leben auf der Welt, ein Leben voller Freude und Frieden, in totaler Harmonie mit allem, was um uns ist. Und das Schönste ist, dass dieses Leben für jeden von uns greifbar nahe ist….

In tiefer Dankbarkeit und Verbundenheit,
Mimi Walter


Freitag, 31. März 2017

Du bist so jung wie Deine Zuversicht


Am 06.04.2017 hat Wilhelm Fiebiger Geburtstag: Er wird 100 Jahre alt! Ich schätze ihn sehr, bin ihm sehr dankbar und fühle mich geehrt, dass er mir so viel geholfen hat und mich so sehr unterstützt hat, wo er nur konnte. Und weil sein Leben wichtige und nützliche Lebenslektionen für jeden Menschen bereit hält, noch eine kurze Geschichte aus Wilhelms Leben:

Forever young

Als ich das erste Mal den Artikel von Wilhelm Fiebiger (Natürlich leben 1/2006) gelesen habe, bin ich sofort in seinen Bann gezogen worden. Ich habe gespürt, dass er uns allen etwas sehr Wichtiges mitzuteilen hat. Deswegen hatte ich ihn damals auch direkt angerufen. Wilhelm war sehr nett, er hat lange mit mir telefoniert und alle meine Fragen beantwortet. Er hat sogar unsere ganze Hunsrücker Urmethodikergruppe zu sich nach Hause eingeladen. Leider hatten wir damals seine Einladung nicht wahrnehmen können. Von diesem Zeitpunkt an, hatte Wilhelm Fiebiger einen festen Platz in meinem Herzen eingenommen.
Willi in Februar 2017 - Photo by Frank Schuppelius
Willi in seiner Küche
 Und so habe ich mich sehr gefreut, als ich ein paar Jahre später das Buch "Alt werden - gesund bleiben" von Manfred Bruer gelesen habe: Der Autor hatte Wilhelm Fiebiger ein ganzes Kapitel gewidmet. Wilhelm war inzwischen 94 Jahre alt geworden und immer noch fit und gesund. Etwas später wurde er sogar in die Sendung "Nachtcafé" von Wieland Backes eingeladen und Wilhelm durfte in der Sendung einen Kopfstand machen und kurz (viel zu kurz für mich) über sich und sein Leben erzählen.
2014 las ich noch ein Interview mit Wilhelm Fiebiger, und 2015 hatte ich endlich das große Glück ihn auch persönlich kennenzulernen: Beim "Alt werden - gesund bleiben" Kongress in Bad Camberg, an dem Wilhelm immer als Referent teilnimmt. 
Für mich steht fest: Meine Erwartungen wurden noch bei weitem übertroffen. Wilhelm ist in der Tat noch netter, freundlicher, ausgeglichener, fitter, gesünder, ja sogar noch schöner, als ich vorher dachte. Wenn man ihm gegenübersteht, hat man wirklich Schwierigkeiten zu glauben, dass er 100 Jahre alt ist. Wilhelm hat so eine tolle und positive Ausstrahlung, dass man sich in seiner Gegenwart sofort wohl fühlt.
Er erzählt gerne allen, die ihm zuhören sein "Geheimnis". Es ist aber nichts Spektakuläres und eigentlich auch nichts Neues. Es ist genau das, was wir alle eigentlich schon längst wissen. Genau das, was uns die großen Meister seit tausenden von Jahren immer wieder sagen. Vielleicht besteht das Geheimnis sogar darin, dass man wirklich tut, was man in der Theorie so gut weiß?
Wilhelm steht jeden Morgen früh auf (6 Uhr) und geht früh zu Bett (21 Uhr). Er isst wenig (ca. 400g pro Mahlzeit), hauptsächlich vegane Rohkost. Die erste Mahlzeit, mittags um 12 Uhr, besteht aus Früchten. Die letzte Mahlzeit, gegen 18 Uhr, besteht je nach Jahreszeit aus Salat und Gemüse. Außerdem isst Wilhelm gerne eine Scheibe Bio-Dinkelbrot, die er aber vorher knochenhart werden lässt, um seinen Zähnen (den eigenen!!) auch etwas Arbeit zu geben.
Auch die unter den Rohköstlern berüchtigten kochköstlichen-fleischbetonten Gelüste und Ausnahmen sind für Willi kein Thema: Er ist sich bewusst, dass es seiner Gesundheit abträglich ist und einen Verrat an sich selbst bedeutet.
Sehr wichtig ist für ihn: Zwischen den 2 Mahlzeiten niemals etwas zwischendurch essen und immer gut kauen! Er legt auch viel Wert darauf in Dankbarkeit und Achtsamkeit zu essen. Er spricht immer vor den Mahlzeiten das folgende Gebet:
"Vater der Liebe, Mutter der Weisheit,
In Dankbarkeit begebe ich mich an die Kraft dieser Speise und bitte Dich:
Nimm alles hinweg, was unlicht darin ist,
und ersetze es mit dem göttlichen Geist
des Lichtes, der Liebe, der Wahrheit, der Demut.
In Namen Deines geliebten Sohnes,
 unseres Bruders Jesus, erhöre  mich,
auf dass ich im Bewusstsein des Christus wirken kann.
Amen
Ich bitte die geistige Kraft des weißen Lichtes
Um die Reinigung dieser Speise.
Mit meinem Dank segne ich sie,
damit sie mir im Guten dienen möge."
Amen
Aber Wilhelm weiß auch wie wichtig die körperliche Bewegung ist. Dreimal täglich vor dem Essen macht er für mindestens 5 Minuten Kopfstand. Zwischendurch macht er Tiefatemübungen und praktiziert auch die 5 Tibeter, die er 21 mal wiederholt. Auch eine ständige gerade Körperhaltung hält er für sehr wichtig, denn nur in dieser kann die Lebensenergie frei fließen. Außerdem hat Wilhelm ein ca. 3000 m² großes Grundstück, das er in einen Garten Eden verwandelt hat. Wenn das Wetter ihn davon abhält draußen in seinem Garten zu arbeiten, dann nutzt er die Zeit, um in seiner tollen voll ausgestatteten Werkstatt (sogar eine Kreissäge hat er!) alle möglichen Sachen zu reparieren, zu richten oder neu zu gestalten. Er erledigt immer noch alle Arbeiten, die in Haus und Garten anfallen selbst, ohne jegliche Hilfe. Er hat auch eine sehr umfangreiche Bibliothek mit über 4000 Büchern: Die Bücherregale füllen sogar die Küche!


Auch Holzhacken ist kein Problem für Willi
Die Werkstatt


Der Paradies-Garten

Das Wesentliche für Wilhelm sind die Keuschheit und die geistige Einstellung. Er betont immer wieder, dass wir geistige Wesen mit einem materiellen Körper sind und deswegen sei es sehr wichtig, nur aufbauende und positive Gedanken zu pflegen und zuzulassen.
Sein Lebensmotto ist: "Gott ist in mir - ich bin in Gott". Wilhelm vertritt die Meinung, dass die Lehre der Bergpredigt die Grundlage jedermanns Einstellung sein sollte: "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst und Gott über alles".
Sehr, sehr wichtig ist ihm auch die Vergebung. Und so lebt Wilhelm heute in Frieden mit sich selbst und dem Rest der Welt. Er ist sich stets bewusst, dass alles EINS ist. Seiner Meinung nach besteht unsere Lebensaufgabe darin, nach Vollkommenheit zu streben. Zitat von Wilhelm: "Solange der Mensch ernsthaft an sich arbeitet, an seiner Vervollkommnung, stirbt er nicht. Er verlängert   ständig das Leben mit dieser Einstellung. Man kommt Gott näher und dieses Lebensprinzip wird nicht unterbrochen."
Er weiß auch, dass er immer beschützt und getragen ist: Seine guten Schutzengel sind für ihn eine ständige greifbare Begleitung. Auch dadurch ist Wilhelm ein freier Mensch geworden und hat sich von Ängsten aller Art befreit: Von Alter, Krankheit und Tod. Er ist auch ein zufriedener und glücklicher Mensch, und jeder Tag ist für ihn ein Wunder und eine unschätzbare Schatztruhe, aus der man immer wieder neue Kräfte, Reichtümer und Zauber schöpfen kann.
Wilhelm ist auch der beste Beweis dafür, dass ein langes und gesundes Leben nicht konstitutionell bedingt ist: Als Kind hatte er eine schwere Rachitis und war sehr klein und schwächlich - er schaffte in der Schule beim Turnunterricht nicht mal einen Klimmzug.
Auch musste er als junger Mann in den Krieg ziehen: Im Dezember 1938 erfolgte der Einzug zur Wehrmacht und im April 1945 wurde er schwer verwundet.
Heute, mit 99 Jahren, kann er immer noch die normale Schriftgröße ohne Brille lesen (er braucht eine Lesebrille nur für das Kleingedruckte). Nur ein Hörgerät braucht er: Das ist die Folge seiner Kriegsverletzung, durch die er ein Trommelfell verloren hat und das andere leider auch beschädigt wurde.
Heute besteht für Wilhelm sein Lebenssinn darin, für viele Menschen ein gutes Beispiel zu sein, so dass viele Menschen erkennen können, dass es nur an ihnen selbst liegt, gesund oder krank zu sein.
Wir Menschen im allgemeinen vergessen (oder wollen es nicht wahrhaben) viel zu oft, dass die größten Dinge im Leben immer zugleich die einfachsten sein können. Und alles, was teuer, kompliziert, exotisch oder selten ist, betrachten wir heute, vielleicht mehr als je zuvor, als wertvoll. Wir können es nicht mehr glauben, dass das Natürliche und das Einfache eigentlich die wahre Antwort auf alle unsere Lebensfragen darstellt.
In gewissem Maße ist Wilhelm Fiebiger ein Spielverderber. Er bringt durch sein Lebensbeispiel alle gängigen Theorien zum Einstürzen. Wenn man seine Geschichte liest oder hört, kann man nicht mehr den schwarzen Peter auf die bösen Gene, die labile Konstitution, die alten Verletzungen, die schweren Lebensbedingungen, die emotionalen Schocks und dergleichen schieben (wo dies doch alles so bequem für uns wäre…). Er schwört nichtmals auf eine Wunderpille, irgendwelche exotischen Superfoods oder seltene Heilpflänzchen. Nein, Wilhelm zeigt klar und deutlich, dass es eigentlich nur an uns selbst liegt gesund zu bleiben oder zu werden und auch im Alter seine geistige, körperliche und seelische Gesundheit zu behalten und so ein würdevolles Leben zu führen. Er demonstriert Schritt für Schritt (und gibt uns auch noch eine wunderbare Anleitung!), dass es ausreichend ist, ein naturnahes Leben zu führen und die Naturgesetze und die kosmischen Gesetzmäßigkeiten zu achten und zu respektieren, sowie volles Vertrauen in unseren Schöpfer zu haben und nach den alten Werten zu leben. Frieden in sich, und dadurch auch in die Welt zu bringen. Es ist ganz einfach, und jeder von uns kann es. Wir brauchen auch nicht viel dazu: Man muss es nur wollen und es dann auch tun……

Lieber Wilhelm,
ich danke Dir aus ganzem Herzen für alles, was Du uns gibst. Es ist für mich eine große Ehre und eine einmalige Chance Dich kennengelernt zu haben. Ich hoffe Du wirst noch lange unter uns bleiben! Du siehst, wir brauchen Dich so sehr!
Alles Gute und Liebe,
Mihaela Walter
Heiberaterin für ganzheitliche Gesundheit
Belgien, Mai 2015

Update 1 - Am 31 Mai 2015 hatte Wilhelm mich zu sich nach Hause eingeladen, um mir sein Reich zu zeigen. Es war wunderschön und ich habe das kleine Paradies von Willi reichlich beschenkt verlassen: Außer seiner Zeit und Freundschaft, die unbezahlbaren Ratschläge und Lebensweisheiten, hat er mir neben Büchern, Bio-Obst und Gemüse, auch noch einen Yogastuhl für den Kopfstand geschenkt. Ich liebe den Stuhl und so mache ich jetzt auch regelmäßig, mehrmals am Tag, Kopfstand. Und jedes Mal denke ich voller Dankbarkeit und Freude an Willi……
Update 2, August 2016 - Auch in diesem Jahr bin ich Willi ein paar Mal begegnet: Im Mai beim "Alt werden - gesund bleiben" Kongress, im Juli und August habe ich ihn wieder besucht. Es geht ihm gut, er ist gesund, fröhlich und tatkräftig, hat sogar die Lichtnahrung ausprobiert (er hat aber dadurch aber viel Gewicht verloren). Seine Bibliothek ist noch mehr gewachsen und sein Garten belohnt ihn weiter reichlich für die Mühe und die Liebe, die er tagtäglich in die Gartenarbeit steckt. Jetzt wird sogar ein Film über ihn gedreht, und er wird anlässlich seines 100. Geburtstags an sehr vielen Aktionen teilnehmen. 

Update März 2017 - Das Geheimniss der ewigen Jugend? Bestimmt auch seine Toleranz, Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und Offenheit: Jetzt versucht Willi erneut auf Lichtnahrung umzusteigen, er isst zur Zeit nur einmal am Tag (ca. 200g Nahrung). Interessanterweise, nimmt er nicht mehr ab, sondern zu (später mehr dazu)!

Wer Wilhelm Fiebiger auch live erleben möchte: Taunsstein, 26-28 Mai 2017, beim Kongress "Alt werden - gesund bleiben".
 

Du bist so jung wie Deine Zuversicht

Von Albert Schweitzer (1875 - 1965) nach dem Gedicht "Youth" 
von Samuel Ullman (1840-1924)


Jugend ist nicht ein Lebensabschnitt, sie ist ein Geisteszustand.
Sie ist Schwung des Willens,
Regsamkeit der Phantasie,
Stärke der Gefühle,
Sieg des Mutes über die Feigheit,
Triumph der Abenteuerlust über die Trägheit.
Niemand wird alt,
weil er eine Anzahl Jahre hinter sich gebracht hat.
Man wird nur alt, wenn man seinen Idealen Lebewohl sagt.
Mit den Jahren runzelt die Haut,
mit dem Verzicht auf Begeisterung aber runzelt die Seele.
Sorgen, Zweifel, Mangel an Selbstvertrauen, Angst und Hoffnungslosigkeit,
das sind die langen, langen Jahre,
die das Haupt zur Erde ziehen
und den aufrechten Geist in den Staub beugen.
Ob siebzig oder siebzehn, im Herzen eines jeden Menschen
 wohnt die Sehnsucht nach dem Wunderbaren,
das erhebende Staunen
beim Anblick der ewigen Sterne
 und der ewigen Gedanken und Dinge,
das furchtbare Wagnis,
die unersättliche kindliche Spannung,
was der nächste Tag wohl bringen möge,
die ausgelassene Freude und Lebenslust.
Du bist so jung wie Deine Zuversicht,
so alt wie Deine Zweifel,
so jung wie Deine Hoffnung,
so alt wie Deine Verzagtheit.
Solange die Botschaft der Schönheit, Freude und Größe
der Welt, des Menschen und des Unendlichen,
Dein Herz erreichen,
solange bist Du jung.
Erst wenn die Flügel nach unten hängen
und Dein Herz vom Schnee des Pessimismus
und vom Eis des Zynismus bedeckt ist,
dann erst bist Du wahrhaft alt geworden.